Unser landwirtschaftliche Betrieb im Mittelpunkt
eines Schulprojekts
Das umfangreiche landwirtschaftliche Projekt "Original
Tiroler Braunvieh" fand kürzlich mit einem Vortrags- und
Festabend an der hlfs Kematen seinen Abschluss.
Im Mittelpunkt des Projektes stand der landwirtschaftliche Lehrbetrieb
der Schule, der umfangreiche Aufgaben hat: Nicht nur, dass die SchülerInnen
die landwirtschaftliche Praxis kennenlernen, die Landwirtschaft der
hlfs Kematen dient auch der Forschung und der Generhaltung des Original
Tiroler Braunviehs. Da der Bestand des Original Braunviehs Ende des
letzten Jahrhunderts höchst gefährdet war, wurde an der Schule eine
Genbank angelegt und das Überleben dieser Rasse gesichert. Unterstützt
wurde die Schule dabei vom Tiroler Braunviehzuchtverband und vom ÖNGENE
Verein zur Bewahrung gefährdeter heimischer Nutztierrassen.
Die am Projekt "Original Tiroler Braunvieh" beteiligten
SchülerInnen übernahmen jeweils eine "Kuhpatenschaft", was beinhaltete,
dass die Kuh während eines Jahres genau beobachtet wurde. Dokumentiert
wurden Daten über das Gewicht, Körpergrößen, Milchleistungen und besondere
Ereignisse wie Geburt oder Krankheiten. Ziel davon war für die Lehrerin
Ing.in Burgi Kofler nicht nur der Kontakt mit den Tieren, sondern
auch in der Praxis angewandtes wissenschaftliches Arbeiten und Dokumentieren
im Team.
Im Unterrichtsfach "Technik der Lebensmittelverarbeitung
Milch" wird die Milch zu Sauermilchprodukten und verschiedenen Käsesorten
verarbeitet, die im schuleigenen Bauernmarkt auch gleich professionell
präsentiert und vermarktet werden. Daneben wurde auch Ochsenmast eigens
für das Projekt betrieben. DIin Beate Mayerl betreute diesen Teil
des Projektes mit dem 2A-Jahrgang. Die im Sommer 2008 geborenen Tiere
Max und Moritz wurden von Geburt an genauso beobachtet. Erhoben wurden
Fütterungsdaten, das Gewicht und die täglichen Zunahmen in verschiedenen
Wachstumsabschnitten. Im Sommer 2009 wurden die Ochsen gealpt und
anschließend mit wirtschaftseigenem Futtermittel und Kraftfutter ausgemästet.
Im Frühjahr 2010 wurden die Ochsen geschlachtet. Im Rahmen eines Projekttages
wurde gemeinsam mit dem Braunviehzuchtverband die Klassifizierung
von Schlachtkörpern sowohl in der Theorie als auch praktisch durchgeführt.
Im Unterrichtsfach "Technologie Fleisch" zerlegten
die SchülerInnen unter Anleitung ihres Lehrers Herbert Schwaiger die
Ochsen küchenfertig. Parallel dazu wurde im Unterrichtsgegenstand
"Ernährungslehre und Lebensmitteltechnologie" die Bedeutung von Rindfleisch
in der Ernährung vom 2B- und 5B-Jahrgang mit ihren Lehrerinnen Ing.in
Maria Raitmair und Ing.in Monika Schreiner erarbeitet und präsentiert.
Die Aufgabe der Wirtschaftsküche war es, aus Max
und Moritz ein Festessen zuzubereiten. Den Gästen des Abschlussabends
und den Vortragenden- dem Obmann des Braunviehzuchtverbandes, ÖR Hans
Mair, und dem Direktor des Braunviehzuchtverbandes, DI Reinhard Winkler
- wurden Max und Moritz in Form von Rindsuppe, Schmorbraten und Fleischsalat
serviert.
Auf diese Weise lernten die SchülerInnen den Weg
landwirtschaftlicher Produkte (Milch, Fleisch) vom Beginn der Produktion
über die Verarbeitung bis hin zum Konsumenten kennen. So konnte auch
eine Bewusstseinsbildung entwickelt werden, dass nämlich die Bäuerin/
der Bauer hinter einem Produkt von Anfang bis Ende steht und nur so
für hochwertige, heimische Qualität garantieren kann!
Doris Greber