COMENIUS Abschlusstreffen im Elsass (Frankreich)
In Erstein im Elsass fand kürzlich das Abschlusstreffen
der am Comeniusprojekt NADELA (NAchhaltigkeit - DEvelopment/Entwicklung
- LAndwirtschaft) beteiligten fünf europäischen Schulen
(aus Thüringen, zwei aus dem Elsass, Oberösterreich und
Tirol) statt. Von jeder Schule kamen einige LehrerInnen und SchülerInnen
sowie DirektorInnen ins Elsass, um die Ergebnisse des Projektes Revue
passieren zu lassen, Veränderungen und Fortschritte, welche das
Projekt ausgelöst hat, zu diskutieren und die wesentlichen Fakten
dieser dreijährigen europäischen Schulpartnerschaft zu präsentieren.
Beim Besuch des Europaparlaments in Straßburg übergaben
SchülerInnen der hlfs Kematen die Ergebnisse eines schulintern
selbst durchgeführten "Eurobarometers" (Ö1 berichtete)
an EU-Parlamentarier und diskutierten mit ihnen ihre Hoffnungen, Ängste
und Vorstellungen für die Zukunft Europas.

Direktor Bachmann bedankt sich bei seinen französischen
Kollegen mit Produkten aus dem Lehrbetrieb der hlfs Kematen

SchülerInnen und LehrerInnen der hlfs Kematen im Europaparlament
in Straßburg
Dem wichtigen europäischen Aspekt dieses
Projektes trug diesmal ein gemeinsamer Besuch des Europaparlaments
in Straßburg Rechnung, bei dem die über 40 Personen starke
Gruppe nicht nur einer Parlamentssitzung beiwohnen, sondern außerdem
auch direkt mit Abgeordneten aus Österreich und Frankreich diskutieren
konnte.
Ein besonderer Aspekt all dieser von der Europäischen Kommission
finanzierten Treffen war auch diesmal das Kennenlernen anderer landwirtschaftlicher
Schulen und Betriebe. Hier zeigte sich immer wieder ganz besonders,
dass die Zusammenarbeit einzelner Regionen innerhalb Europas für
alle Beteiligten äußerst sinnvoll und vorteilhaft ist.
Dies fiel auch hlfs-Schülerin Lisa Herz aus Längenfeld auf:
"Wir merkten schnell, dass der landwirtschaftliche Betrieb von
Obernai grundlegende Unterschiede zu unserem schulischen aufweist,
da in Bereichen wie Fütterung, Erzeugung erneuerbarer Energie
sowie umfassende Zusammenarbeit zur Verwertung der Produkte mit außerschulischen
Partnern andere Ansätze getroffen werden."
Dass die Basis einer verantwortungsvollen, nachhaltigen Landwirtschaft
die Natur ist und deshalb Naturschutz und Landwirtschaft längerfristig
keine Gegner, sondern Partner mit vielen gemeinsamen Interessen sein
können, zeigte sich sehr häufig während dieses Projektes.
Wie in allen beteiligten Regionen ist in den letzten Jahren auch im
Elsass das Bewusstsein um die Zusammenhänge einer nachhaltigen
Landwirtschaft mit gesunden Lebensmitteln, einer intakten Kulturlandschaft
und dem Schutz des eigenen Lebensraumes stark gestiegen.
Neben den vielen fachlichen Auseinandersetzungen und Betriebsbesichtigungen
bzw. Diskussionen mit ExpertInnen stand auch bei diesem Treffen Kultur,
Natur und Geschichte des Gastlandes als weiterer Punkt auf dem umfangreichen
Programm .
So wurden mittelalterliche Städte wie Colmar oder Turkheim besichtigt,
unter sachkundiger Leitung Naturschutzgebiete, die Städte vor
Hochwasser schützen (Rhein-Polder) begangen und wurde zu nächtlicher
Stunde traditionellen Schauspielen zur Geschichte dieser Gegend beigewohnt
- gerade das Elsass hat ja eine bewegte Vergangenheit, an der die
Bedeutung eines vereinten Europas gut nachzuvollziehen ist.
Die offizielle Abschlussfeier, der neben JournalistInnen auch VertreterInnen
des französischen Landwirtschaftsministeriums beiwohnten, zeigte
dann sehr deutlich das sehr umfassende und zukunftsweisende Ergebnis
der verschiedenen Arbeiten: Jede Schule konnte für sich und gemeinsam
mit den anderen viele Erkenntnisse gewinnen, viele fruchtbare Kontakte
knüpfen und bereits viele wichtige Schritte im Sinne des Projektthemas
"Nachhaltigkeit, Entwicklung und Landwirtschaft" setzen.
Paul Brugger

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen
Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser
Veröffentlichung (Mitteilung) trägt allein der Verfasser;
die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin
enthaltenen Angaben