Workshop "Der lange Weg der Jeans"

Im Rahmen unseres Projektes WARE: MENSCH? wurden Ende März 04 von Lehrer Dr. Paul Brugger Mathias und Martin von der Organisation "Südwind" zu uns in den ersten Jahrgang eingeladen. Sie haben uns zwei Stunden über "Den langen Weg der Jeans" erzählt:

Nach der Begrüßung hat jeder seine Kleidungsstücke auf den Baumwollgehalt untersucht. Dabei haben wir herausgefunden, dass jede/r mindestens ein Kleidungsstück an sich trägt, das großteils aus Baumwolle besteht. Wir kamen zu der Erkenntnis, wie wichtig Baumwolle im täglichen Leben eines Menschen ist. Danach haben wir die Herstellungsländer genau besprochen und auf der Weltkarte gekennzeichnet. Uns wurde auch klar, wie weit der Weg einer Jean von der Baumwollernte bis auf den Ladentisch ist.

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Der "Beginn" einer Jean ist, wie wenige wissen, auf jeden Fall der Baumwollstrauch.
Baumwolle wächst auf Sträuchern, die nur im tropischen Klima gedeihen. Diese Sträucher werden in der Wachstumsphase mit giftigen Chemikalien besprüht, sodass die Blätter zu Boden fallen. Dieses Gift verursacht aber auch Krankheiten am Menschen, besonders an den Pflückerinnen und Pflückern. Bei der Baumwollernte werden die Baumwollbüschel gepflückt, gereinigt und dann gewebt. Das Weben geschieht allerdings nicht am Ort des Pflückens, sondern meist in Textilfirmen in Asien und Mittelamerika. Die Stoffe werden dann wieder in einem anderen Land mit billigen Farben, die auch viele Schad- und Giftstoffe enthalten, gefärbt. Die Farbreste werden anschließend in die Flüsse gekippt. Das stellt eine große Gefahr für Mensch und Umwelt dar, die beide auf das Wasser in den Flüssen angewiesen sind.

Anschließend werden die fertigen Kleidungsstücke an Firmen verkauft, die z.B. in Italien ansässig sind, - die Kleidungsstücke werden mit ihren Logos versehen und sind nun MADE IN ITALY ... Also sagen diese Etiketten bei den meisten Kleidungsstücken nichts über ihr wirkliches Herstellungsland. Wenn wir heute unsere Kleidungstücke kaufen, so haben sehr oft schon viele verschiedene Menschen, teilweise unter schrecklichen Bedingungen, daran gearbeitet.

Zum Schluss haben Mathias und Martin noch einige verschiedene Stationen zum Thema "Textilwaren und ihre Herstellung" aufgebaut, wo wir unter anderem selbst Fabrikarbeiter-Innen in Asien spielen konnten:
So probierten wir z.B., eine vorgegebene Menge Servietten in einer bestimmten Zeit zu falten. Dabei waren immer ein Zeitstopper, ein Treiber und zwei Falterinnen. Wir hatten allerdings, im Gegensatz zu den wirklichen Arbeiterinnen, wenn wir zu langsam waren, mit keinen Konsequenzen zu rechnen …

Uns hat dieser Workshop sehr gut "gefallen", da er sehr interessant gestaltet war und man auch seine eigene Meinung dazu beitragen konnte. Da man zwischen den Erzählungen auch immer selbst etwas machen konnte, wurde es nie langweilig.

Theresa Häninger, Theresa Hölbling, Anna Mayr, 1. JG