Johanna Dohnal: Besuch der ersten Frauenministerin Österreichs an unserer Schule
Ergänzend zu einigen Projekten in diesem Schuljahr, in denen Frauenthemen behandelt wurden (Gleichbehandlung, Frauen und Technik), konnte eine Frau, die ihr politisches Leben lang für Frauen gekämpft hat, an unsere Schule eingeladen werden.
Gemeinsam mit der Autorin Dr. Susanne Feigl las Johanna Dohnal aus ihrer Biografie ("Was gehen mich seine Knöpfe an") und erzählte aus ihrem Leben und von ihrem politischen Engagement. Dabei kam auch zur Sprache, wie sich in ihrer Zeit als Ministerin Ehe- und Familienrecht änderte und dass erst in den 80- und 90-er Jahren viele Frauenrechte gesetzlich verankert wurden.
Natürlich hatten die SchülerInnen auch viele Fragen an sie als Politikerin und Frauenrechtlerin, die sie gerne beantwortete. Auf die Frage, was sie ihnen als Wichtigstes für ihre Zukunft raten möchte, antwortete Johanna Dohnal: Eine gute Ausbildung zu machen und viele Sprachen zu lernen, um später im Berufsleben erfolgreich sein zu können.
So wie Johanna Dohnal auch in ihrem politischen Leben polariserte, waren auch die Reaktionen der SchülerInnen: So mancher Schüler fand sie "männerfeindlich", in ihren Ansichten "radikal", andere junge Frauen fanden sie "cool", "auf dem Boden geblieben" und fühlten sich von ihr motiviert, ehrgeizig ihre Ausbildung zu verfolgen.
Dass Johanna Dohnal nach wie vor aufwühlt, zeigt, dass in Sachen Gleichberechtigung noch lange kein Konsens herrscht, auch nicht in der Generation der Jugendlichen.
Johanna Dohnal wurde 1979 unter Bruno Kreisky Staatssekretärin für Frauenangelegenheiten. Von 1990 bis 1995 war sie erste Frauenministerin Österreichs. Seit ihrer Pensionierung lebt sie in Niederösterreich.